Zeitungsartikel

Zeitungsartikel vom 27.09.2008:

Wie die Stadt, so die Bewohner

 Krautheim - Wie die Stadt, so die Bewohner. „Wir Krautheimer haben keine geschlossene Gemeinschaft“, sagt Albert Kappes, der mit seiner Frau Heidrun seit Juli das Snack-Café „Heidis Station“ betreibt. Das renovierte Bahnhofsgebäude bietet nun nicht nur Kaffee, Tagesmenüs und Gerichte zum Mitnehmen, sondern gibt dem vorher so tristen Bahnhofsareal endlich wieder einen zentralen Charakter. Denn schließlich ist für die meisten Bewohner Krautheim Tal das Zentrum des Städtchens, auch wenn Kirche, Rathaus und Burg auf dem Berg liegen.

Für Kurt Schulz, einen echten Urkrautheimer, ist die Götzenstraße im Tal wegen der vielen Geschäfte heute auch das Zentrum. Früher hingegen war dies für ihn der Marktplatz auf dem Berg. „Der wird im Volksmund auch Blu genannt“, erzählt er, während er gerade ein Pferd in der vor etwa 120 Jahren von seinem Großvater gegründeten Schmiede beschlägt.

Geschichte Friedl Sternad sieht das ähnlich und erinnert sich noch an Zeiten, als Apotheke, Geschäfte, Schule und sogar eine Jugendherberge auf dem Berg waren und dieser im Vergleich zu heute noch sehr klein war. Die 1946 von Tschechien ins Jagsttal gekommene Frau weiß jedoch nicht nur, wie Krautheim vor 60 Jahren war, sie kennt auch die frühe Geschichte des Städtchens sehr genau. Dieses Wissen hat sie nicht zuletzt ihrem verstorbenen Mann Eugen zu verdanken, der die alten Bücher der Gemeinde von der bis 1941 in Deutschland gebräuchlichen Kurrentschrift in unsere heutige lateinische Schrift übersetzte. So hat er die Krautheimer Geschichte aufgearbeitet und zugänglich gemacht.

Nicht nur die Bewohner, auch die Stauferburg, die um 1213 von Wolfrad I. von Krautheim errichtet wurde, hätte viel zu erzählen, könnten die alten Gemäuer nur sprechen. Angeblich soll hier im 13. Jahrhundert der berühmte Minnesänger Walther von der Vogelweide zu Gast gewesen sein.

Götz Unvergesslich sind die Worte des Reichsritters Götz von Berlichingen, der 1516 einem Mainzer Amtsmann „Er aber sag’s ihm, er könne mich im Arsche lecken“ zurief und damit den sogenannten Schwäbische Gruß berühmt machte. Die großen Streitereien kann man nun in Goethes Werk nachlesen, die kleineren sind aber auch nicht in Vergessenheit geraten.

Die Jagsttalstadt hat ihren Besuchern einiges zu bieten. Dazu gehört auch die aus dem 13. Jahrhundert stammende Stauferburg. Sie geht auf den damaligen Ortsadel zurück.Fotos: Jasmin Stockert

Kurt Schulz beschlägt Pferde in seiner urigen Schmiede.

Manfred Emmering ist im Eduard-Knoll-Wohnzentrum zuhause.

Heidis Station ist ein Snack-Café, das den Bahnhof zur Anlaufstelle macht.






Heidi und Albert Kappes machten es möglich:

 
Krautheims hundertjähriges Bahnhöfle wurde märchenhaftes Café
 
Man glaubt es kaum: Erst im Januar dieses Jahres erwerben Albert und Heidrun Kappes- beide wohnhaft in Krautheim- Krautheims Bahnhof. Ein Snack-Café mit Übernachtungsmöglichkeiten daraus zu machen, war erklärtes Ziel. Und nach vorausgegangener einjähriger Planung – zusammen mit Architekt Günther Neuweiler- gelang das kleine Kunststück: Nach viel erbrachter Eigenleistung konnte schon ein halbes Jahr später Einweihung gefeiert werden und können Radtouristen von dem Vierbettzimmer und dem Zweibettzimmer je mit Dusche und WC Gebrauch machen.
Das Staunen ist groß: Hatten noch ein halbes Jahr früher Albert Kappes’ Feuerwehrkameraden festgestellt, dass das Bähnle abgerissen gehört „so wie es jetzt dahinvegetiert“, so sind jetzt Überraschung und Freude gleichermaßen groß.
Zwar ist manches märchenhaft klein beisammen- aber es lässt sich sagen: Zwar klein, aber fein. So hat der Maler Roland Gramlich sein ganzes Können eingebracht, um in dezenter Farbabstufung ein gepflegtes Ambiente zu schaffen; neue Fußböden wurden verlegt und an den Zimmerdecken befindet sich die Infrarotheizung.
Dort im Erdgeschossbereich, wo einstmals der Warteraum der Fahrgäste war, dort ist jetzt ein kleines Café mit Verkaufsraum und Theke. Wert hat man in Krautheim darauf gelegt, trotz beengter Platzverhältnisse auch noch eine Behindertentoilette zu schaffen. Trotz der Kleinheit der Platzverhältnisse sind Lagerräume genügend vorhanden.
Begeistert sei Krautheims Bürgermeister Andreas Köhler gewesen, als er von der Absicht des Ehepaares Albert und Heidi Kappes erfuhr. Und er habe gespürt, dass Heidi und er ein Herz für dieses alte, aber immerhin denkmalgeschützte Gebäude haben. Und so sei dieses Projekt auch in die Förderliste der Stadtsanierung Krautheim aufgenommen worden, freut sich Albert Kappes. Aber, so seine Feststellung, die zusätzlichen Auflagen des Denkmalamtes machten die Sache für den Bauherrn nicht billiger.
Nun aber richtet sich der Blick auf Heidrun Kappes- Heidi genannt. Vollauf mit der Bedienung der Gäste beschäftigt, ist von ihr dennoch zu erfahren: 17 Jahre lang sei sie beim Mühlenbeck in Krautheim beschäftigt gewesen. Und um ja nicht unvorbereitet für die kommenden Aufgaben zu sein, habe sie noch ein Jahr in der Kantine von ebm-Papst in Mulfingen gearbeitet. Jetzt aber arbeitet Heidi in ihrem Café- ist nämlich die Inhaberin- von morgens sechs bis abends 22 Uhr. Was sie besonders freut: Wenn jetzt viele an „Heidis Station“ in Krautheim Station machen: zu Übernachtungen, zu Tagesessen, zum Verweilen im Biergarten, um zu frühstücken und im Café zu verweilen.  




Zeitungsartikel vom 11.07.08:
 
Eröffnung in mediterranem Flair
Von Henry Doll 
Heidi und Albert Kappes im Gastraum von „Heidis Station“. Aus einem schlichten Zweckbau ist eine schmucke gastronomische Einrichtung geworden.Foto: Henry Doll
Krautheim - Seit Januar wurde der Alte Bahnhof von Krautheim saniert. Jetzt ist alles fertig. Entstanden ist in der siebenmonatigen Sanierungs- und Umbauzeit, in der auch immer wieder der Denkmalschutz ein gewichtiges Wörtchen mitsprach, ein Café. Am kommenden Sonntag, 13. Juli, feiert das Café unter dem Namen „Heidis Station“ Eröffnung (Beginn 10.30 Uhr).
Die Bauherren Heidrun, genannt Heidi, und Albert Kappes haben den Bahnhof und einen Teil des Geländes rund um das Gebäude aus dem Jahre 1900 von der Stadt gekauft. Investiert wurden rund 220 000 Euro, verrät Albert Kappes. In dieser Summe sei allerdings die Inneneinrichtung noch gar nicht enthalten.
Aus dem Aufenthaltsraum für Busfahrer ist ein freundlich und einladend wirkender Gastraum mit Holzeinrichtung geworden. Die Decken sind terrakottafarben und weiß gestrichen. Die so entstandene fast mediterrane Atmosphäre war ausdrücklicher Wunsch von Heidi Kappes. „Die Leute freuen sich. Manche kamen in den vergangenen Tagen einfach rein“, berichtet sie über die letzten Tage vor der Eröffnung. Dass es zum Schluss für alle freiwilligen Helfer am Bau Arbeitsschichten bis in die Nacht hinein gab, hat damit zu tun, dass der Eröffnungstermin eine Woche vorverlegt wurde. Ursprünglich war erst der 20. Juli als Termin für den Start vorgesehen. Da ist aber Krautheimer Burgfest. Bis dahin wollte Heidi Kappes mit ihrem Team bereits erste Erfahrungen gesammelt haben.
„Die ersten Gäste hatten wir auch schon“, erzählt sie. Zwei Söhne des ehemaligen Krautheimer Bahnhofsvorstehers, inzwischen Herren im so genannten besten Alter, haben die beiden Gästezimmer im zweiten Obergeschoss als Übernachtungsmöglichkeit genutzt. Künftig ist geplant, dass vor allem Radtouristen und Ausflügler in den beiden Gästezimmern nächtigen.
Zum mediterranen Ambiente des Gastraumes passt die moderne Infrarot-Strahlenheizung an der Decke. Sie wird, wenn es einmal kühler werden sollte, „genau mit den Schwingungen der Sonnenstrahlen heizen“, erklärt Albert Kappes.
Eröffnung am Sonntag, 13. Juli, mit Sektempfang, Hohenloher Spezialitäten, Kaffee und Kuchen.





Zeitungsartikel vom 09.06.08:
Bei Heidi sollen vor allem Radler Rast machen
Von Henry Doll
 
Der alte Bahnhof von Krautheim sah zuletzt etwas heruntergekommen aus, hat sich durch die Sanierung aber wieder zu einem kleinen Schmuckstück gemausert. Im Juli soll dort ein Café eröffnen. Der Holzanbau rechts bleibt erhalten. Fotos: Henry Doll
Krautheim - Die ersten Gäste haben wir schon“, sagt Albert Kappes und deutet auf einen Winkel unter dem Dach des hölzernen Bahnhofs-Anbaus. Dort haben es sich nistende Rotschwänze gemütlich gemacht. Auch sonst ist man am Krautheimer Bahnhof ganz auf Gäste eingestellt – wenn auch nicht unbedingt auf gefiederte Gesellen. Albert Kappes und seine Frau Heidrun bauen derzeit mit viel Eigenleistung den Krautheimer Bahnhof in ein Café um. Als „Heidis Station“ soll die neue gastronomische Einrichtung voraussichtlich im Juli die Pforten öffnen. „Das Potenzial ist da. Schüler, Radweg, Banken, Geschäfte“, zählt Heidrun Kappes, die schlicht Heidi gerufen wird, die Vorteile des Standortes auf. Vor allem die Pedalritter vom nahen Jagsttal-Radweg sollen als Zielgruppe umworben werden. Außerdem die Schüler des Bildungszentrums.
Im Busfahrer-Raum Albert Kappes (45) ist gebürtiger Krautheimer und arbeitet bei EBM-Papst in Mulfingen. Dort war nach insgesamt 17 Jahren Tätigkeit in einer Bäckerei zuletzt auch Ehefrau Heidi (47) angestellt. Sie sammelte Erfahrung in der Kantine. Heidi Kappes ist ebenfalls waschechte Jagsttälerin. Sie stammt ursprünglich aus Hohebach. Sie wird „Heidis Station“ betreiben.
„Das war noch vor 14 Tagen die reinste Ruine“, sagt Albert Kappes und zeigt auf den künftigen Gastraum. Früher, zu Bahnzeiten, war dies der Aufenthaltsraum für Busfahrer. Jetzt wurde ein neuer Boden verlegt, das Bad ist frisch gefliest, die Toiletten werden derzeit umgebaut. Es wird auch ein rollstuhlgerechtes WC geben. Dafür wird die Herrentoilette etwas kleiner ausfallen. Heidi Kappes steht im noch leeren Gastraum und zeichnet mit knappen Gesten nach, wo künftig was stehen wird. „Hier kommt die Theke hin“, sagt sie. Der Gastraum wird Platz für circa 20 Besucher bieten. Nebenan gibt es eine Küche, im Obergeschoss außerdem eine so genannte Salatküche. Denn auch wenn die künftige Einrichtung schwerpunktmäßig als Café geführt wird, so soll es doch frische Salate und Snacks geben. Für die Schulkinder und Berufspendler wird außerdem ein außer-Haus-Verkauf von Vesperbroten angeboten. Mittags stehen Tagesmenüs auf der Speisekarte. Auch Außenbewirtschaftung ist geplant. Dafür soll es draußen eine Überdachung fast über die gesamte Länge des Gebäudes geben. Die Kappes können sich durchaus auch einige Veranstaltungen mit Musik vorstellen. Aber ganz so weit ist es noch nicht. Noch muss Albert Kapes nach Feierabend bis in den späten Abend Fliesen schneiden und verlegen, während Heidi Kappes akribisch die Treppengeländer streicht. Wichtig war beiden, dass bei Arbeiten, die Fachkräfte erfordern, ausschließlich Handwerker aus Krautheim und der näheren Umgebung den Zuschlag erhielten.
Von Stadt gekauft Die Familie Kappes hat den Bahnhof und einen Teil des Grund und Bodens rings um das historische Gebäude von der Stadt Krautheim gekauft. Als Eigentümer und Bauherren hatten sie nun auch einige Kontakte mit dem Denkmalamt. 28 Auflagen gab es, sagt Albert Kappes. Ja, doch, das ging schon ins Geld und sorgte für Bauverzögerungen, räumt er ein. Aber er zeigt sich verständnisvoll: „Es soll ja auch das Häusle seinen Charakter behalten.“ Der Bahnhof stammt aus dem Jahre 1900. Die Baugenehmigung des ursprünglichen Gebäudes datiert vom 13. August 1900.
Im Obergeschoss gibt es neben der Salatküche noch ein Büro. Ein weiteres Stockwerk höher können ermattete Radler nach einer anstrengenden Tagestour übernachten. Es wird, wenn alles fertig ist, ein Vierbettzimmer für Familien oder Gruppen und ein Zweibettzimmer geben, jeweils ausgestattet mit separatem Bad. Das äußere Erscheinungsbild des Bahnhofs mit dem Tuffstein-Sockel und den Rundbögen bleibt erhalten. Ebenso der Holzanbau.
Heidi Kappes verpasst dem Treppengeländer einen neuen Anstrich.
Albert Kappes schneidet und verlegt die Fliesen in der neuen Küche.
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